Foraging auf wilden Wiesen

Foraging Blumendeko selbstmachen

Foraging (engl.) bedeutet so viel wie: auf der Suche in den Wäldern. Normalerweise steht der Begriff für Tiere, die ihre Nahrung in den Wäldern suchen. Neuerdings beschreibt Foraging auch einen neuen Trend, der sich ganz prima auf Hochzeiten anwenden lässt. Unter Foraging wird auch das Blumensammeln und Blumenflücken auf wilden Wiesen un in Wäldern verstanden. Ich erinnere mich dabei immer gerne an meine Kindheit zurück, die geprägt von Spielnachmittagen im Wald war. Dort haben wir alles gesammelt, was wir finden konnten. Zarte Blumen, wilde Kräuter und allerhand Grün, aus dem wir kleine Sträuße gebunden haben. Foraging beschreibt das ziemlich genau für mich. Es geht dabei um Nachhaltigkeit, Einfachheit, das Leben im Moment und irgendwie auch um Selbstversorgung.

Foraging Blumendeko selbstmachen

Wenn ich heute bei uns zuhause Gäste habe, dann schmücke ich unseren langen Tisch immer sehr gerne mit Blumen. Aber sehr selten kommen dabei gezüchtete Blumen vom Floristen zum Einsatz – höchstens mal um Akzente zu setzen und Highlights zu schaffen. Da wir außerhalb von Köln wohnen und umgeben von Wäldern und Wiesen sind, schnappe ich mir meist meinen Blumenkorb und sammel alles an wilden Blumen, was ich finden kann. Diese Momente genieße ich sehr, denn man ist einzig allein umgeben von Wiesen und kann sich herrlich treiben lassen. So kann ich gemütlich eine Stunde verbringen und von Blume zu Blume wandern bis mein Korb voll ist. Wenn man Glück hat, entdeckt man wilden Flieder, wilde Rosen oder viele Kräuter, die ebenso schön blühen können. Das Schöne daran ist, dass ich nur mit einer groben Vorstellung meiner angestrebten Blumendeko losgehe und je mehr Blumen und Grün ich finde, desto klarer wird die Vision des Arrangements.

Foraging Blumendeko selbstmachen 8

Zu Ostern habe ich eine lange Tafel für unseren Familienbrunch nur mit gesammelten Blumen gedeckt. Das hat mich in Summe mit Sammeln, Abschneiden und Vorbereiten in etwa eine Stunde gekostet und es hat einfach zauberhaft ausgesehen.

Foraging Blumendeko selbstmachen Tischdeko

Foraging: eine günstige Alternative zur klassischen Blumendeko zur Hochzeit

Foraging macht nicht nur Spass und ist nachhaltiger als Zuchtblumen, es spart auch wirklich viel Geld. Sicherlich ist es eine besondere Herausforderung, die Blumendeko zur Hochzeit selbst zu machen. Aber eine schöne Tafel mit wilden Wiesenblumen passt nicht nur hervorragend in den aktuellen Boho- und Hippiestyle, sondern es ist auch sehr einfach zu gestalten und bedarf keiner großen Planung im Vorhinein. Wenn euch die Blumendeko zur Hochzeit zu wichtig ist und Foraging zu aufwendig ist, dann könnt ihr es ganz einfach für kleinere Veranstaltungen rund um die Hochzeit nutzen. So lässt sich ziemlich einfach eine Blumendeko für das Standesamt, die Bridal Party oder auch für das Frühstück am nächsten Tag gestalten. Mit Tipp dazu wäre, dass ihr euch pro Vase oder Gefäß 1-2 Highlight-Blüten, wie große Rosen oder Pfingstrosen gegebenenfalls kauft und die Vasen dann einfach mit gesammelten Blüten, Zweigen und Blättern auffüllt. Bei 10 Tischen und 2-3 Gefäßen pro Tisch, sind es 20-30 Blüten – also in etwa circa 60-100€ für die Highlight-Blumen. Alles andere findet ihr am Straßenrand, auf Wiesen, Feldern und Wegen – im Garten von Mama, Oma oder im eigenen. Damit könnt ihr die gesamte Blumendeko für die Tischdeko für unter 100€ selbst machen. Selbst den Brautstrauß könnt ihr so zusammenstellen.

Foraging Blumendeko für die Hochzeit

 

Foraging: Tipps für die richtigen Blumen zur Hochzeit

Wenn ich die Wege entlang wandere, entdecke ich so viel Schönes. Manchmal wundere ich mich sehr, warum ich all das nicht immer vorher gesehen habe. Unsere Pflanzenvielfalt, die einfach so am Straßenrand wächst, ist enorm und jede Blüte ist anders. Dennoch muss man auf ein paar Dinge beim Foraging achten. Ich habe schon immer ein kleines Gefäß mit Wasser dabei, wenn ich mich auf den Weg mache. Oder einfach ein nasses Küchentuch in den Korb legen. So könnt ihr die Stiele der Blumen länger feucht halten. Das ist im Prinzip schon der erste und wichtigste Tipp für das Foraging: wilde Blumen vertragen den Abschnitt meist nicht so gut wie ihre gezüchteten Varianten, daher müssen die abgeschnitten Blumen möglichst schnell ins Wasser.

Nicht alle Blüten eignen sich zum Abschneiden, da sie einfach nicht für die Vase gemacht sind und innerhalb weniger Stunden verwelken. Klatschmohn oder auch wilder Schneeball lassen in der Vase sofort ihre Köpfe hängen. Wenn ihr unsicher seid, dann testet eure Favoriten am besten einige Tage vorher mal aus. So könnt ihr ein kleines Test-Väschen machen und sehen, wie die Blumen sich über ein paar Tage entwickeln. Nichts wäre schlimmer, als völlig kaputte Blumenarrangements am Tag der Hochzeit. Das Gleiche gilt für abgeschnittene Zweige. Ähnlich wie ein Florist, solltet ihr eure Blumendeko so zeitlich nah am Fest bzw. so spät wie möglich machen. Der Abend vorher bietet sich meist an.

Foraging Blumendeko für die Tischdeko zur Hochzeit

Wenn ihr eure Blumen direkt mit frischem Wasser versorgt habt, müsst ihr sie noch einmal frisch anscheiden bevor ihr sie in der Vase arrangiert. Das gilt auch für Zweige und Äste, denn nur so behalten die Blumen ihre Frische. Passende Vasen für eure kreativen Ideen findet ihr übrigens im Shop.

Foraging Barfuß Blumensammeln

Foraging ist nicht nur eine entspannte Art und Weise sich in der Natur zu bewegen und etwas Kreatives zu schaffen; es ist auch eine günstige und nachhaltige Variante für die Blumendeko zur Hochzeit! Vielleicht habt ihr Lust das schöne Wetter zu nutzen und macht euch auf den Weg in die frischen Felder! Seid kreativ!

Fotos und Styling: Julia Alexa für OH SO PRETTY

 

 

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